Warum die Kundenperspektive entscheidend ist
Ich liebe guten Kaffee, sei es als Filterkaffee, Espresso oder Milchgetränk. Inzwischen genieße ich die Vielfalt der Spezialitätenkaffees. Dabei zählt nicht nur der Geschmack, sondern auch die Philosophie der nachhaltigen Förderung der Erzeuger und die fairen Beziehungen zwischen Produzenten und Röstereien.
Zudem liebe ich das Engagement und die Leidenschaft der Specialty Coffee Szene.
Spezialitätenkaffee ist etwas Besonderes.
Die Farmer legen großen Wert auf Qualität und erzielen dafür höhere Preise als beim Commodity Coffee. Auch Importeure und Röster setzen auf höchste Qualität, um ein einzigartiges Geschmackserlebnis zu bieten, das seinen Preis wert ist.
Wir als Konsumenten schätzen diese Arbeit und sind bereit, mehr Geld für außergewöhnlichen Kaffee auszugeben.
Doch im Gegenzug erwarten wir Transparenz und höchste Qualität in allen Aspekten des Kaufprozesses. Leider wird diese Transparenz oft nicht erreicht.
Beispiele für Transparenz und Kundenorientierung:
Beim Bäcker vor Ort weiß ich genau, dass das Brot, das ich heute kaufe, am frühen Morgen oder in der Nacht zuvor gebacken wurde. Diese Transparenz ermöglicht es mir, die Frische des Produkts einzuschätzen und entsprechend zu planen. Im Online-Shop einer Spezialitäten-Rösterei hingegen bleibt die Frische des Kaffees oft unklar – er könnte erst vor ein oder zwei Tagen oder bereits vor zwei bis drei Wochen geröstet worden sein. Diese Unsicherheit ist besonders problematisch, wenn man für frischen Kaffee den Standardpreis bezahlt. Dabei geht es mir nicht um den Preis an sich, sondern um die fehlende Transparenz und Planbarkeit.
Mehr Transparenz durch die Angabe des Röstdatums bereits im Online-Shop, nicht nur auf der Verpackung, würde den Kunden helfen, besser zu planen und stets frischen Kaffee zu genießen.
Warum werden die optimalen Brüh-Attribute per Rezepte pro angebotenem Kaffee nicht standardmäßig geteilt, wenn doch so viel Mühe investiert wurde?
Mehr Transparenz, etwa durch Angabe von Cupping Scores, könnte hier Vertrauen schaffen.
Mein Ziel ist es, das gesamte Kundenerlebnis zu optimieren und die Lücke zwischen den Versprechen der Anbieter und den Erwartungen der Kunden zu schließen. Ich möchte die Specialty Coffee Community stärken, indem ich den Röstereien helfe, ihre Informationslage und die Kundenkontaktpunkte entlang der Customer Journey zu verbessern. Dies tue ich als engagierter Kaffeeliebhaber, der sein Wissen und seine Leidenschaft für besonderen Kaffee teilt.
Erfahren Sie mehr über meine Mission auf der Seite: “Ein Kaffeeliebhaber auf Mission”.
Dabei möchte ich die Anbieter in keinster Weise kritisieren – sie machen alle einen großartigen Job.
Meine Hauptwünsche an die Anbieter:
- Transparenz beim Kauf:
Angabe des Röstdatums und Auswahlmöglichkeit von mehreren Röstterminen, falls verschiedene Chargen verfügbar sind. - Brührezept zum Kaffee:
Ein detailliertes Brührezept zu jedem angebotenen Kaffee, um das versprochene Geschmackserlebnis zu Hause nachzuvollziehen. - Informationen zur Qualität:
Erklärung, warum der Kaffee als “Spezialitätenkaffee” gilt, einschließlich des Cupping Scores (über 80 Punkte) und sensorische Merkmale.
Zusätzliche Angaben wie der FOB-Preis sind aus meiner Sicht nicht relevant und auch nicht zielführend in Bezug auf Geschmack und Reproduzierbarkeit der Angaben durch den Röster.
Praktischer Ansatz
Ich bestelle regelmäßig Kaffee bei verschiedenen Anbietern und teile meine authentischen Erfahrungen von der Bestellung bis zur Zubereitung. Mein Augenmerk liegt dabei nicht auf der Qualität des Kaffees, sondern auf den gesamten Bestellprozess, die Benutzerfreundlichkeit der E-Commerce-Plattformen, der Verständlichkeit der Produktinformationen und der Effizienz des Kundenservices.
Kaufprozessanalyse: Von der Bestellung bis zur Zubereitung
Ich analysiere die Customer Journey sowohl im eCommerce-Bereich als auch, wenn möglich, in den physischen Geschäften oder Cafés der Röstereien. Dabei bringe ich meine langjährige Erfahrung in der Optimierung digitaler Prozesse ein, um konkrete Verbesserungspotenziale zu identifizieren.
Mein Hauptaugenmerk liegt auf der Analyse des gesamten Kaufprozesses im Online-Shop, beginnend mit der Bewusstseinsphase, in der der Anbieter über Social Media, persönliche Empfehlungen, Google-Suche oder Coffee Guides wahrgenommen wird, über die Informationssuche und Abwägung bis hin zur Website-Nutzung, Produktauswahl und dem Checkout-Prozess.
Ich achte auf Details wie:
– die Benutzerfreundlichkeit des Onlinestores,
– die Produktbeschreibungen,
– die Darstellung von Röstdatum und/oder Haltbarkeit (MHD),
– Brüh-Empfehlungen und
– Cupping-Scores,
– sowie weitere Angaben zum Kaffee
Auch die Kommunikation nach dem Kauf, wie Versandbenachrichtigungen und Newsletter, nehme ich unter die Lupe.
Nach Erhalt des Kaffees geht es an die Zubereitung, wo ich prüfe, ob die empfohlenen Brühparameter per vorhandenem Brührezept zum gewünschten Geschmackserlebnis führen. Den Kaffee selbst werde ich nicht öffentlich bewerten, da dies eh sehr subjektiv ist.
Technische Fehler auf der Webseite, wie fehlende Übersetzungen oder unklare Formulierungen, sowie rechtliche Aspekte gemäß HGB oder Online-Handelsrecht werden ebenfalls berücksichtigt und mit dokumentiert.
Zusätzlich berücksichtige ich auch das gesamte Angebot des Anbieters. Dazu gehören kaffeebezogene Produkte von Fremdherstellern wie Siebträgermaschinen oder Filterkaffee-Zubehör sowie eventuelle Seminare wie Barista-Kurse.
Diese zusätzlichen Angebote fließen in meine Bewertung ein, da sie die Breite und Qualität des Anbieters widerspiegeln und für Kunden einen Mehrwert bieten können, gerade für Einsteiger.
Hat ein Anbieter ein angeschlossenes Café oder eine Verkaufsstelle, besuche ich diese nach Möglichkeit, um einen umfassenderen Eindruck zu gewinnen. Vor Ort achte ich auf Aspekte wie Atmosphäre, Kundenservice und die Präsentation der Produkte.
Es ist alledings wichtig zu erwähnen, dass ich selbst keine spezifischen Branchenkenntnisse in der Gastronomie habe. Daher basieren meine Bewertungen bei vor-ort Besuchen auf den Erwartungen eines durchschnittlichen Kunden und nicht auf Fachwissen.
Persönliche Erfahrung und Unabhängigkeit
Meine Empfehlungen basieren auf meiner persönlichen Erfahrung als Kaffee-Enthusiast, aber auch auf meinem beruflichen und breiten Know-how in den Bereichen E-Commerce und digitale Prozesse. Dabei agiere ich stets unabhängig und transparent. Kommerzielle Interessen habe ich nicht; mein Antrieb ist allein der Wunsch, die Spezialitätenkaffee-Community als Ganzes voranzubringen.
Zielsetzung
Es geht mir nicht darum, eine Front zwischen Anbieter und Konsument zu befeuern, sondern ein Verständnis zwischen Rösterei und Konsument aufzubauen und mit einem kollaborativen Ansatz ein Miteinander zu gestalten, das der gesamten Specialty Coffee Community zugutekommt und sie stärkt.
Durch diesen Ansatz können am Ende alle gewinnen:
Die Anbieter optimieren ihre Services und stärken die Kundenbindung.
Die Konsumenten (und damit auch ich) profitieren von mehr Transparenz, bessere Auswahl von Produkten und einem insgesamt reibungsloseren Kauferlebnis.
Und die Spezialitätenkaffee-Branche wächst nachhaltig, getragen von Vertrauen, Wertschätzung und gemeinsamem Qualitätsstreben.
Kooperation und Feedback
Um ein möglichst ganzheitliches Bild zu erhalten, bin ich auch offen für gezielte Kooperationen. Falls ein Anbieter wünscht, dass ich als Testkunde oder sog. Mystery Shopper ein spezifisches Produkt, Vor-Ort Präsenz oder gar Seminar bewerte, nehme ich gerne eine entsprechende Einladung an. So kann ich nicht nur auf meine eigene Initiative hin agieren, sondern auch im Auftrag des Anbieters wertvolles Feedback aus Kundensicht geben.